Ein weiterer wichtiger Baustein des Klimapakts ist die Einführung einer kommunalen Energiebuchhaltung durch die Gemeinde selbst, deren Ergebnisse in das Arbeitsprogramm als auch die lokale Klimastrategie einfließen.

Eine Energiebuchhaltung bietet den Kommunen ein nützliches Werkzeug für das Monitoring und die Bewertung der energetischen Qualität von Gebäuden und energietechnischen Anlagen. Denn mit der Energiebuchhaltung für die öffentlichen Gebäude werden Strom-, Wärme- und Wasserverbräuche erfasst, die sich somit darstellen und analysieren lassen. Es können Aussagen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Einsatz von erneuerbaren Energien der jeweiligen Gebäude gemacht werden.

Somit liefert die kommunale Energiebuchhaltung wichtige Daten für Auswahl und Planung von Verbesserungsmaßnahmen und ist damit eine Basis für Kosten- und Energieeinsparungen.

Die Gemeinde Beaufort hat im Herbst 2016 mit einer ersten Phase der Energiebuchhaltung für kommunale Liegenschaften begonnen. Dabei wurden diejenigen Gebäude untersucht, die der Gemeinde eigentumsrechtlich gehören, nach großherzoglichem Reglement ein „Funktionsgebäude" darstellen, eine gewisse Mindestgröße (mehr als 50 Quadratmeter Energiebezugsfläche) haben und von der Gemeinde bzw. der Öffentlichkeit genutzt werden.

In einem ersten Schritt werden – sofern vorhanden und verfügbar - die Verbräuche für Strom, Wasser und Wärme der betroffenen Gebäude der letzten drei Jahre vom technischen Dienst eruiert und in der Energiebuchhaltungssoftware „Enercoach" dokumentiert und analysiert.

Energiebuchhaltung Gemeindegebäude

Die Gemeinde hat eine Energiebuchhaltung erstellt, indem der Technische Dienst für sämtliche gemeindeeigenen Gebäude (Gemeinde ist Eigentümerin und Nutzerin zugleich) die Verbrauchswerte für Elektrizität, Wärme und Wasser dokumentiert und bilanziert hat (für die Jahre 2014 bis 2017). Nicht für alle Einzelgebäude liegen verlässliche Daten vor, da einzelne Zähler fehlten – die mittlerweile jedoch nachgerüstet wurden und daher ab 2017 bzw. 2018 eine lückenlose Buchhaltung zulassen.

Wärme Gemeindegebäude

Hinsichtlich des Wärmeverbrauchs ist festzustellen (Grafik „Consommation"), dass die Schulgebäude und die „Maison Theis" die größten Verbraucher darstellen – was nicht verwunderlich ist, da gerade die Schulgebäude auch die am intensivsten genutzten und flächenmäßig größten Gebäude darstellen.

Betrachtet man den Verbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche, so ergibt sich ein anderes Bild. Gerade die Schulgebäude schneiden hier deutlich besser ab, während die „Maison Theis" neben einem hohen Gesamtverbrauch auch einen sehr hohen flächenspezifischen Verbrauch aufweist. Die neue Schule kann Werte aufweisen, die deutlich unter den Referenzwerten liegen. Hier zeigt sich, dass der vergleichsweise junge Bau mit gut gedämmten Baumaterialien dann auch eine sehr gute Energiebilanz aufweist. Hingegen scheint das „Theishaus" energetisch wenig performant zu sein. Daher hat der Schöffen- und Gemeinderat mit der (energetischen) Dachsanierung auch schon erste Gegenmaßnahmen ergriffen, weitere Schritte (energetische Sanierung Versammlungsraum, mittelfristig Ersetzen der Heizung bzw. Anschluss an ein zweites Nahwärmenetz) sind geplant.

 


Strom Gemeindegebäude

Der Stromverbrauch der kommunalen Gebäude Beforts hält sich im Rahmen. Bei den absoluten Werten ragen wiederum die Schulgebäude/ Maison Relais heraus – bedingt durch eine sehr intensive Nutzung. Ähnliches gilt für den Bauhof/Feuerwehr– wenn auch hinsichtlich der absoluten Werte deutlich moderater.

Bei den Stromverbrauchswerten in Relation zur Gebäudegröße (Gebäudenutzfläche in Quadratmeter) relativieren sich die absoluten Werte, wenn auch hier der Schulcampus deutlich über dem Referenzwert liegt. Das Gebäude wird kurzfristig einem Monitoring unterzogen, um herauszufinden, ob die erhöhten Verbräuche alleine an der intensiven Nutzung liegen oder ob bzw. welche anderen Faktoren eine Rolle spielen.

 


Wasser Gemeindegebäude

Auch beim Wasserverbrauch liegen die schulischen Infrastrukturen an der Spitze – auch hier bedingt durch die Nutzungsintensität. Gerade die Sporthalle fällt beim Wasserverbrauch – bedingt durch die Nutzung der Duschen – stärker ins Gewicht.

Bei den Vergleichswerten (Verbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche) fällt auf, dass viele der Gebäude deutlich über dem Referenzwert liegen – sowohl älteren als auch neueren Baujahrs. Auch hier werden zeitnah Begutachtungen gestartet, um den Ursachen des vergleichsweisen hohen Wasserverbrauchs (z.B. beim „service forestier") auf den Grund zu gehen.

 


Gesamtbetrachtung Gemeindegebäude

Insgesamt betrachtet liegen die Verbrauchs­werte – hinsichtlich Strom- und Heizenergie sowie der daraus resultierenden CO2-Emissio­nen – bei der Zusammenschau der Beforter Gemeindegebäude „im grünen Bereich".

Die absoluten Mengen an produziertem CO2 (für den Strom- und Wärmebedarf) sind dabei jedoch von 2014 bis 2017 kontinuierlich angestiegen, was u.a. durch eine intensivere Nutzung der Gebäude (Theishaus, Mairie, alte Jugendherberge) zu begründen ist.

Setzt man diese jedoch in Relation zur Anzahl der privaten Haushalte des jeweiligen Jahres auf dem Gemeindegebiet (die kommunalen Infrastrukturen haben als Hauptfunktion die Versorgung der lokalen Bevölkerung/ Haushalte), so ist festzustellen, dass von 2015 – 2016 ein leichter CO2-Absenkpfad erreicht worden ist, d.h. die Menge an CO2, die die kommunalen Gebäude für ihren für Strom- und Wärmebedarf erzeugt haben, ist in Relation zu den Haushalten in dieser Periode leicht rückläufig gewesen. Insgesamt geht jedoch auch hier der Trend leider nach oben.

 

 


Aber nicht nur die Gemeindegebäude und die Privathaushalte verbrauchen Energie – auch der Bereich Mobilität ist, je nach Wahl des Fortbewegungsmittels – verantwortlich für einen Großteil der nationalen und kommunalen CO2-Emissionen.

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