Mit der Kapitulation Japans ging am 2. September 1945 der Zweite Weltkrieg, der Millionen von Toten, Verletzten, Vermissten, Vertriebenen und Flüchtlinge gefordert hatte, nach 6 Jahren und einem Tag zu Ende.
Allein das letzte Aufbegehren des Naziregimes, die Ardennenschlacht kostete 18.500 Amerikanischen GIs und 200 britischen Soldaten das Leben. Die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten in Belgien und Luxemburg wird mit 3.800 angegeben. Außerdem wurden auf amerikanischer Seite 46.200 Verwundete und 10.900 Gefangene und Vermisste gezählt. Die Briten zählten 240 Verwundete, 970 Gefangene und Vermisste. Auf deutscher Seite werden die Verluste wie folgt beziffert: 29.800 Gefallene, 34.450 Verwundete und 22.500 Gefangene oder Vermisste.
Luxemburger aus Bivels, die in der Grenzregion aus der Geiselhaft geflohen waren hatten von einer starken Konzentration von deutschen Truppen und Material in der Gegend von Bitburg berichtet. Es waren dies die Vorbereitungen zu einem Vorstoß zum Hafen Antwerpen hin, um die Alliierten von der Versorgung abzuschneiden und an deren Spritreserven zu gelangen.
Die amerikanischen Truppen schenkten den Berichten nur wenig Aufmerksamkeit und wurden deshalb von der Wucht des Angriffs in aller Frühe am 16. Dezember 1944 völlig überrascht. Befort lag mitten in der Angriffslinie, rund 135 Kilometer lang, die sich von Echternach im Süden bis nach Monschau im Norden erstreckte. Aus der Richtung von Körperich-Ferschweiler haben die deutschen Truppen mit schweren Geschützen am 17. Dezember 1944 die Ortsteile Kiirchgaas, Béchel, Gank, Kräitzlä, Gronn, d’Heck und die angrenzenden Straßen von Befort in Schutt und Asche gelegt. Die verstörten Einwohner haben sich entweder in den Kellern verschanzt oder sind geflüchtet. In der Nacht vom 17. auf den 18 Dezember wurde Befort zum zweiten Male von der Wehrmacht und dem Volkssturm besetzt.
Am 20. Dezember 1944 wurde Befort zum Frontgebiet und geriet ins Kreuzfeuer. Von den amerikanischen Verbänden die sich nach Christnach zurückgezogen hatten, kam starkes Kanonenfeuer. Die Menschen die im Dorf zurückgeblieben waren erlebten lange und bange Stunden. Der Freitag 22. Dezember war ein schwarzer Tag für Befort. Durch Granateinschlag kamen 10 Beforter Einwohner direkt ums Leben, 9 weitere verstarben an den Folgen ihrer Verletzungen.
Am 23. Dezember nahmen die Deutschen 37 Beforter in Geiselhaft. Sie verbrachten die Nacht im Keller eines Hauses gegenüber der Kirche und wurden am Vormittag des 24. Dezember bei eisiger Kälte von -10 Grad unter strenger Bewachung über die Bollendorfer Brücke nach Deutschland abgeführt. Ein Gefangener überlebte die Strapazen nicht.
Am Weihnachtstag 1944 lag Befort unter amerikanischen Dauerbeschuss. Die Besatzer konnten ihre Stellungen nicht halten und traten gegen Mitternacht den Rückzug an. Die zweite Befreiung von Befort begann am Stephanstag 1944 frühmorgens um vier Uhr mit den ersten Amerikanern, die aus Richtung Haller gekommen waren und sich wieder in Befort zeigten. Gegen acht Uhr morgens war dann Befort wieder fest in der Hand der Befreier. Die offizielle Erlaubnis für die Rückkehr der Gemeindeobrigkeit kam am 10. März 1945.
An all diese schrecklichen Geschehnisse erinnert seit 14 Jahren mit dem „Trip Souvenir Night-Vigil“ der „Cercle des Anciens de la Garde Grand-Ducale“. Ebenso soll bei der Gedenkfeier die Erinnerung an die Befreier wachgehalten werden und der Dank an sie erneuert werden. In diesem Jahr fand die Nachtwache auf der Stellung der Cie A/60 AIB im Ort genannt Kuesselt in Befort statt.
Die Teilnehmer versammelten sich gegen neun Uhr morgens bei der Beforter Kirche. An der Gedenktafel der G.I.s legten Eric M. Frater von der amerikanischen Botschaft zusammen mit Col. i.R. Guy Lentz und den Vertretern des CAGGD Blumen nieder. Elie Kryloff und François Scholtes legten stellvertretend für alle Beforter ein Blumengebinde am Gedenkstein für alle lokalen Gefallenen, Vermissten und Zwangsrekrutierten des zweiten Weltkrieges nieder.
Der früheren Armee Aumonier Lt-Col. i.R. Gusty Weis hielt anschließend eine Messe im Andenken an alle Beforter Verstorbenen und alle gefallenen amerikanischen Soldaten, die ihr Leben für unsere Freiheit geopfert haben. Für die gesangliche Gestaltung des Gottesdienstes war der Kirchenchor aus Esch/Lallingen eingeladen. Ihr Dirigent und Organist Patrick de Rond zusammen mit dem Trompetisten Edmond Faber sorgten für die musikalische Begleitung der Gesangseinlagen.
Beim Ehrenwein, den die Gemeinde im Sitzungssaal angeboten hat bedankte sich Paul Erpelding in Vertretung von dem erkrankten Präsidenten des CAGGD Marcel Kaiser bei den zahlreichen Teilnehmern. Ein spezieller Dank ging an den Kirchenchor Esch/Lallingen für die herrlich gesungene Messe, an den Aumonier, an die Gemeinde Befort für den Ehrenwein, an die Quadriga, an die Armee für das Zelt, Heizung und Mittagessen sowie an die Musikanten Edmond Faber, Tun Wagner und Jeng Schilling für das Abspielen der Sonnerie und der Nationalhymnen.
Mit einem Erinnerungsbild verabschiedete der Redner den Vertreter der amerikanischen Botschaft.
C.B.
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